Liam gewinnt den Nachwuchscup, Claudius die Hessenmeisterschaft
Im Rahmen des 42. Viernheimer V-Card Triathlons in Viernheim wurden samstags die HTV-Nachwuchscup Rennen und sonntags die Hessenmeisterschaften über die olympische Distanz ausgetragen.
Liam machte den Anfang. Geschwommen wurde im 50m-Freibad, gefahren und gelaufen auf komplett flachen Strecken um und durch das Stadion. 400m schwimmen, 10km Rad und 2.5km laufen waren die klassischen Jugend B Distanzen. Nach einem mittelmäßigen Schwimmen stieg Liam als Dritter aus dem Becken und verlor nach Orientierungsproblemen einen weiteren Platz in der Wechselzone. Schnell konnte er mit der zweitbesten Radzeit die Lücke nach vorne wieder zufahren musste allerdings den enorm starken Maksim Pavlovic (Tria-Team Bruchköbel) ziehen lassen. Dieser ging mit 10 Sekunden Vorsprung auf die Laufstrecke, gefolgt von einer 3er Gruppe zu der auch Liam gehörte. Die abschließenden 2.5 Laufkilometer lief Liam dann 33 Sekunden schneller als alle anderen im Wettbewerb und machte damit den Tagessieg perfekt.

Nach dem 2. Platz in Griesheim (47 Punkte), dem Sieg im Burgwald (50 Punkte) konnte er damit weitere 50 Punkte im Gesamt-Ranking des HTV-Nachwuchscups verbuchen. 5 Rennen kommen dabei in die Wertung, mit den geplanten Starts in Oberursel und Rüsselsheim wird Liam diese Anzahl auch erreichen und hat nun gute Chancen sich am Ende einen der Top-Platzierungen in der Endabrechnung zu sichern.
Sonntags stand dann die Hessenmeisterschaft über 1.500m schwimmen, 40km Rad und 10km laufen an. Dabei wurde nicht im Freibad, sondern im 10km vom Ziel entfernten Hembsbacher Wiesensee geschwommen und die Radstrecke führte als äußerst selektiver und mit Höhenmeter versehener Rundkurs durch den Odenwald. Das Laufen war wie am Samstag komplett flach und ging in 4 Runden um und durch das Viernheimer Stadion. Logistisch für Teilnehmer und Veranstalter eine Herausforderung die im letzten Jahr mit einem anspruchsvollen, sicheren und gut zu fahrenden Radstreckenverlauf belohnt wurde. In diesem Jahr allerdings musste die Strecke, die Gründe sind mir nicht bekannt, teilweise verändert werden, was sie noch schwerer machte (was völlig OK ist) aber gleichzeitig zu viel Ärger führte. Der Straßenbelag der neuen Passagen war unvergleichlich schlecht, es waren teilweise eher Feldwege, die noch nicht einmal durchgängig geteert waren. Während das bergauf noch tolerierbar war, sorgten sie bergab für unnötig gefährliche Situationen und waren ein echtes Sicherheitsrisiko. Klar, dass auf solchen Abschnitten kein Wettkampfrichter Windschattenfahren bestraft und es den Sportlern völlig unmöglich ist regelkonforme Abstände einzuhalten.
Wer durch Wohnortnähe die Möglichkeit hatte sich die Strecke im Vorfeld anzuschauen und mehrfach die entsprechenden Passagen abzufahren, hatte klare Vorteile. Während im Vorjahr im Zielbereich die Strecke überwiegend positiv bewertet wurde, ergab sich in diesem Jahr ein völlig konträres Stimmungsbild. Da der Wettkampf, abgesehen von der Radstrecke, aber gut organisiert und attraktiv ist, bleibt zu hoffen, dass die 42. Austragung eine Ausnahme war.
Für mich lief es dennoch erneut gut. Nach den Titeln über die Sprint- und Mitteldistanz gelang mir mit dem Sieg in der AK50 der dritte Hessenmeistertitel in diesem Jahr. Da ein Massenstart mit mehreren Hundert Teilnehmern, im doch eher kleinen Wiesensee, viel Körperkontakt und Prügelei an den Bojen versprach, entschied ich mich für ein konservatives Schwimmen außerhalb der Kampflinie. Damit verlor ich zwar 55 Sekunden und stieg an zweiter Stelle liegend aus dem Wasser, war mir aber bewusst, dass bei dem, was an Land warten sollte, dieser Rückstand zu verschmerzen war. Mit der schnellsten Rad- und Laufzeit sicherte ich mir dann auch mit etwas weniger als 5 Minuten Vorsprung den AK-Sieg und den Titel. Rückblickend bin ich äußerst dankbar für meine funktionierenden Scheibenbremsen, meine Bunny Hop Skills und eine gehörige Portion Glück auf der Radstrecke. Ohne das alles wäre dieser Bericht wahrscheinlich anders ausgefallen.

Jetzt am Sonntag kommt was ganz anderes, die Hessenmeisterschaft im Halbmarathon in Egelsbach steht an. Dort wartet eine mit knapp 360 Höhenmetern versehene Herausforderung, die ich ganz ohne laufspezifische Vorbereitung angehe und dabei auf meine gute Triathlon-Form hoffe. Die Meldeliste sieht mich nicht als Siegkandidat, also kann ich nur überraschen.

Simone war auch in Viernheim am Start und gehört grundsätzlich zu denen, die bergauf Zeit gewinnen, um sie bergab durch vorsichtige Fahrweise teilweise wieder zu verlieren. Das, verstärkt durch die beschriebenen Umstände, sorgte dafür, dass sie auf dem Rad zu viel Zeit verlor, um auch mit einem sehr guten Lauf noch in Reichweite der Top3 zu kommen.






