Zahlreiche Lauf-, Duathlon- und Triathlon-Veranstaltungen sind abgesagt worden. Richtigerweise und verständlich. Ein großer Player der Megaevents im Portfolio hat kann das wahrscheinlich gerade noch verkraften, aber Vereine und Kleinveranstalter stehen vor dem wirtschaftlichen Ruin.

Viele Kosten fallen weit vor dem Austragungsdatum an und wurden sicher in Vorkasse bereist bezahlt. Veranstalter-Haftpflicht, Marketing, Genehmigungen, Produktionskosten alles das ist mit Sicherheit bereits auf der Ausgabenseite verbucht worden. Viele Sponsoren zahlen ganz oder teilweise erst nach Austragung. Vorauszahlungen können von Sponsoren bei Nichtaustragung zurückgefordert werden, je nach Vertrag. Ein Großteil der Kosten wird aber sicherlich über die Startgelder finanziert, wenn diese jetzt von den Teilnehmern zurückgefordert oder zurück gebucht werden ist das Dilemma vollendet. Wenn Sportler begrenzte Budget für Wettkämpfe haben, ist aus deren Perspektive die Retour der Startgelder folgerichtig, diese werden dann für spätere Starts benötigt. Sicherlich gibt es auch einige Teilnehmer die zurückgebuchten Startgelder für jetzt zusätzlich und nicht geplant anfallende Kinderbetreuungskosten nutzen wollen oder müssen. Veranstalter werden zumindest auf teilweise Einbehaltung auch bei „No Show“ beharren um die bereits gelaufenen Kosten aufzufangen. 

Profitieren, ohne dass sie es sicherlich wollen, werden alle Events die später im Jahresverlauf angesetzt sind. Wenn die Corona-Krise soweit im Griff ist, dass Sportveranstaltungen wieder zulässig sind, beginnt der ganz natürliche Run auf diese Events. Mit dem damit verbundenen wirtschaftlichen Erfolg für diese Veranstalter.

Deshalb wäre es aus meiner Sicht solidarisch, wenn alle Veranstaltungen die nach der Corona Sperre realisiert werden können einen fest vereinbarten Prozentsatz ihrer eingenommenen Startgelder in einen Art Hilfsfond einzahlen aus dem von der Existenz bedrohte Veranstalter unterstützt werden.

Für die abführenden Veranstalter ist das kein Problem, die zusätzlichen Teilnehmer gleichen das mit ihren Startgeldern aus. Die Koordination könnte im Triathlon zum Beispiel über die Landesverbände oder sogar die DTU erfolgen. Im Laufsport analog der DLV. Diese verbände müssten ebenfalls ein Interesse am Erhalt des bisherigen Veranstaltungsangebots haben, generieren sie doch einen Teil ihrer Einnahmen über Veranstalterabgaben. Wenn nicht reagiert wird, wenn es keine Lösung gibt, wenn nicht geholfen wird, wird der Veranstaltungskalender 2021 im Triathlon und Laufsport anders, weil deutlich schmaler aussehen. Kredite, egal zu welch günstigen Konditionen helfen nicht, Geld das in 2020 nicht eingenommen wurde kann in 2021 oder später nicht doppelt generiert werden und genau das wäre notwendig um tilgen zu können. Großartige Rücklagen wird es nicht geben, dafür sind die Margen im Veranstaltungswesen, zumindest in den hier thematisierten Sportarten überwiegend zu gering.

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